Lexikon zur Privathaftpflichtversicherung

Allmählichkeitsschaden

Allmählichkeitsschäden in der Privathaftpflichtversicherung sind Schäden die nicht durch ein plötzliches Ereignis ausgelöst wurden, sondern in der Summe über Jahre hinweg zu einem Schaden führen können. Dies könnten beispielsweise austretende Gas- oder Wasserquellen sein, die über einen langen Zeitraum hinweg einen Schaden an einem Bauswerk verursachen. Derartige Schäden sind in einer guten Privathaftpflichtversicherung natürlich mitversichert.

Aufsichtspflicht

Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr sind für verursachte Schäden nicht schadenersatzpflicht, vom 7. bis zum 14. Lebensjahr sind sie nur beschränkt haftbar zu machen. Jedoch könnten Eltern oder andere Aufsichtspflichtige schadenersatzpflichtig sein, wenn sie ihre Aufssichtspflicht verletzt haben. Dies müsste natürlich nachgewiesen werden. Eine gute Privathaftpflichtversicherung leistet aber auch in diesen Fällen und wehrt zudem ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche ab.

Ausfalldeckung

Eine Privathaftpflichtversicherung mit Ausfalldeckung springt in den Fällen ein, in denen beispielsweise der Schädiger über keine Privathaftpflichtversicherung verfügt. Es handelt sich hierbei um eine Deckungserweiterung, achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Tarif die Ausfalldeckung enthält.

Bagatellschaden

Bagatellschäden sind Schäden, die so gering sind, dass eine Regulierung sich nicht lohnt, sondern mit Kosten verursacht wäre, die höher sind als der Schaden selbst. Einige Privathaftpflichtversicherung leisten daher erst für Schäden ab einer bestimmten Höhe.

Deckung

Mit der Deckung sind in der Privathaftpflichtversicherung die abgesichterten Schadenereignisse gemeint.Deckung bedeutet die Zusage des Versicherers, im Schadenfall für die verursachten Schäden des Versicherten die Absicherung, also die Deckung des finanziellen Schadens zu übernehmen. Zudem gibt es auch noch die vorläufige Deckung, dies bedeutet, dass der Versicherer für bestimmte Ereignisse, z.B. Gefahrenerhöhungen oder auch bei einer Antragstellung bereits den Versicherungsschutz vorbehaltlich solange zusagt, bis er den Versicherungsschutz offizell durch Annahme des Antrags und Zusenden der Police bestätigt oder die vorläufige Deckungszusage zurückzieht, da er einen Antrag vielleicht doch nicht annehmen kann oder will.

Deliktunfähigkeit

Kinder bis zur Vollendung des 7 Lebensjahres sind nicht deliktfähig, sie können also für verursachte Schäden nicht haftbar gemacht werden. Beschränkt deliktfähig sind sie vom 7. – 14 Lebensjahr, danach sind sie durch aus deliktfähig und auch Jugendliche können für verursachte Schäden voll haftbar gemacht werden.
Auch geistig behinderte oder demente Erwachse können nicht oder nur eingeschränkt Deliktfähig sein. Ohne eine entsprechende Privathaftpflichtversicherung Abdeckung ohne Ausfalldeckung könnte ein Geschädigter bei durch Personen eines solchen Personenkreises verursachte Personen auf seinem Schaden sitzen bleiben.

Gefälligkeitsschaden

Schäden, die im Rahmen einer Gefälligkeit verursacht werden, sind Gefälligkeitsschäden. Dies könnte z.B. im Rahmen eines Umzugs bei Freunden der Fall sein. Achten Sie darauf, dass Ihre Privathaftpflichtversicherung auch Gefälligkeitsschäden mitversichert.

Haftung

Haftung bedeutet, dass deliktfähige Personen für verursachte Schäden an Personen, Sachen oder Vermögen haftbar zu machen sind. Nach §280ff. BGB haben auch Privatpersonen für diese Schäden die Haftung zu übernehmen und sind entsprechend schadenersatzpflichtig

Lebenspartner

In der Privathaftpflichtversicherung gibt es Familientarife, in diesen ist entweder der Ehepartner und die Kinder der Versicherungsnehmers mitversichert, aber auch der nicht verheiratete in einer Hausgemeinschaft lebende Lebenspartner ist hier mitversichert. Er ist sicherheitshalber jedoch dem Versicherer zu melden, damit auch für den Lebenspartner Deckungsschutz im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung besteht.
Nicht versichert sind jedoch Schäden, die dem Versicherungsnehmer durch den mitversicherten Lebenspartner (oder andersherum) zugefügt wurden.

Personenschaden

Ein Personenschaden liegt in der Privathaftpflichtversicherung dann vor, wenn eine Person verletzt oder getötet wird.
Ebenfalls unter Personenschäden fallen Folgeschäden in Form von verursachter Berufsunfähikeit, Krankheitskosten oder der Wegfall von Einkommen, da zeitweise oder generell der Beruf durch die geschädigkte Person nicht mehr ausgeübt werden kann.
Da Personenschäden in diesen Fällen sehr kostenintensiv werden können, man stelle sich einmal vor, der Geschädigte kann einen Beruf mit einem Einkommen von 100.000 Euro pro Jahr, die nächsten 30 Jahre nicht mehr ausüben, sollte die Versicherungssumme der Privathaftpflichtversicherung in keinem Fall zu niedrig bemessen sein.

Sachschaden

Hierunter fallen in der Privathaftpflichtversicherung Schäden an Sachen wie Möbeln, Pflanzen, Autos, aber auch an Tieren. Geleistet wird im Schadenfall für die Wiederbeschaffung, Renovierung oder Reparatur einer geschädigten Sache. Bei Verlust reguliert die Privathaftpflichtversicherung maximal bis zur Höhe des Zeitwertes, also der Kosten die ein gleicher Gegenstand heute bei Neuerwerb kosten würde.

Schlüsselrisiko

Viele Personen erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Schlüssel für die Büroräume. Wird dieser verloren kann der Schaden immens sein, denn auch wenn niemand den Schlüssel findet und sich unbefugten Zutritt zu den Räumen verschafft fallen hohe Kosten dadurch an, dass eventuell eine ganze Schließanlage ausgetauscht werden muss.
Ebenso könnten hohe Kosten bei Verlust privater Schüssel z.B. von Dritten oder vom Haupteingang der Mietswohnung entstehen.
Achten Sie darauf, dass der Schlüsselverlust, wenn benötigt insbesondere auch der Verlust dienstlicher Schlüssel, im Deckungsumfang der Privathaftpflichtversicherung eingeschlossen ist.

Reiner Vermögensschaden

Schäden, die nich Personen oder Sachen treffen sondern z.B. Vermögensrechte oder bei denen ein Schaden entsteht, ohne dass eine Person oder eine Sache beschädigt wird. Reine Vermögensschäden kommen in der Praxis sehr selten vor, meist eher in Form eines Folgeschadens, wodurch sie dann den Personen-opder Sachschäden zuzuordnen sind.
Ein Beispiel könnte hier für einen reinen Vermögenschaden in der Privathaftpflichtversicherung das Zuparken eines Autos sein, was zum Versäumnis eines wichtigen Termins führt, der einn Vermögensschaden nach sich zieht.